Staat und Politik in Zeiten von Corona

Es rettet uns kein höh´res Wesen, kein Gott und auch kein Staat

Online- Vortrag und Diskussion mit Ernst Lohoff

Donnerstag, 8. April 2021, 19.30 Uhr

  • Die Zugangsdaten werden rechtzeitig hier eingestellt.

In Friedenszeiten hat der Staat noch nie derart rigide in unser Alltagsleben eingegriffen wie angesichts der Corona-Pandemie. Gerade die westlichen Gesellschaften spaltet dieser Ausnahmezustand tief. Das Gros der Bevölkerung betrachtet die Verhinderung eines Massensterbens als vordringlichste Staatsaufgabe und akzeptiert angesichts der Bedrohung durch den Virus auch massive Einschränkungen; für eine lautstarke Minderheit ist das alles Teufelswerk. Der Staat nutzt angeblich Corona nur als Vorwand, um sinistre Pläne durchzusetzen und uns unserer Grundrechte zu berauben.

Staatsfixiert sind freilich beide Positionen. Dabei macht die Corona-Krise nur die inneren Widersprüche staatlicher Regulation und deren Grenzen sichtbar. Weiterlesen

Audio: Gegenwartsbewältigung – Ein Gespräch mit Max Czollek

Fabienne Fecht im Gespräch mit Max Czollek

während einer Online – Lesung und Diskussion am 11. Februar 2021

Eine Gemeinsame Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg (Friedrich-Ebert-Stiftung) und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Halle, Thüringen, Hanau, Corona: Antworten für die politische Gegenwart. In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Als Kontrastfolie zu solchen völkischen Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft entwirft er mit Gegenwartsbewältigung ein Modell für eine veränderte Gegenwart: Desintegration, radikale Vielfalt, komplexe Intersektionalität und ein postmigrantischer Antifaschismus sind für ihn die Pfeiler einer Gesellschaft, die „alle schützt und nicht nur manche oder, um mit Adorno zu sprechen, eine Gesellschaft, in der man ‚ohne Angst verschieden sein kann‘.“ Max Czollek trifft ins Herz des Jahres 2020 – diese Polemik ist sein Schrittmacher: „Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shishabars und Synagogen, Spätis und Darkrooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.“ (Max Czollek, Gegenwartsbewältigung)

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Autoritäten empfehlen: Staatlich erlaubtes Nachdenken

Ein Kommentar der Redaktion Sachzwang FM

Zuerst erschienen bei Querfunk – Freies Radio Karlsruhe

In seiner Selbstdarstellung heißt es, „der Deutsche Ethikrat beschäftigt sich mit den großen Fragen des Lebens. Mit seinen Stellungnahmen und Empfehlungen gibt er Orientierung für die Gesellschaft und die Politik. […] Der Deutsche Ethikrat hat […] die Nachfolge des […] von der Bundesregierung eingerichteten Nationalen Ethikrates angetreten.“ Nun hat die gesalbte Institution mal wieder, gleich einem moralischen Donnerschlag, das Wort ergriffen … und als wäre das der Rede wert.²

I.

Doch worum geht es überhaupt? Den Ethikrat treibt, wie alle Menschen, vor allem alle Deutschen, die ungemein originelle Frage um: „Ab wann soll man die strengen Maßnahmen in Deutschland wieder lockern?“ Und der Rat der Ethik-Weisen läßt höchstverbindlich verlautbaren: „Es ist zu früh, Öffnungen jetzt vorzunehmen, aber es ist nie zu früh, über Kriterien für Öffnungen nachzudenken. Alles andere wäre ein obrigkeitsstaatliches Denken, das bei uns nicht verfangen sollte und mit dem man das so notwendige Vertrauen der Bevölkerung nicht stärken würde.“ So der Vorsitzende des Ethikrates, passenderweise ein Theologieprofessor namens Dabrock.

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Antiziganismus, Sprachpolitik und deutscher Geist

von Benjamin Horvath

Mit „Die Beste Instanz“ rief Enissa Amani in kürzester Zeit ein Panel zusammen, um auf die unerträgliche WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ zu reagieren. Diese Reaktion war absolut notwendig, wies aber gewisse Schwächen auf.

Dass allzu viele Sendungen im deutschen Fernsehen nicht anzuschauen sind, sollte kritische Geister wenig verwundern. Die WDR-Sendung „Die letzte Instanz“ vom 29. Januar 2021 konnte daraus sogar noch hervorstechen. Mit einer Talkrunde aus Personen, die weder in ihren jeweiligen Feldern noch zu gesellschaftlichen Fragen Qualität oder Expertise zeigen.

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Die Querdenker. Wie passen Populismus, politischer Protest und der Glaube an Verschwörungstheorien zusammen?

Online-Vortrag und Diskussion mit Laura-Luise Hammel

Moderation Martin Gohlke

Montag, den 1. März 2021, von 19.00 bis 20.45 Uhr

Eine Veranstaltung von Partnerschaft für Demokratie Landkreis Aurich

Beitritt zum Zoom-Meeting

Verschwörungstheorien behaupten, dass eine kleine Gruppe von im Geheimen operierenden Akteuren dabei ist, die Kontrolle über eine Institution, eine Nation oder gar die ganze Welt zu übernehmen oder dies schon längst erfolgreich getan hat.

Wurden Verschwörungstheorien lange Zeit von der Wissenschaft pathologisiert, hat sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass sie ein Ausdruck realer Ängste und Sorgen sind und den Befürwortern Identität und Sinn stiften. Wenn in Krisenzeiten offizielle Erklärungsmuster an Legitimität verlieren, erhalten verschwörungstheoretische Deutungen vermehrt Zuspruch.

Im Zuge der Coronapandemie kommt es vielerorts zu Protesten gegen die Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Warum sich dieser Protest häufig verschwörungstheoretisch äußert, beleuchtet dieser Vortrag.

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Soziale Gerechtigkeit und Klimawandel

Online-Dialog mit Franziska Sander (Emanzipation und Frieden e.V.), Nathanael  Ko
(Doktorand am Institut für Akustik und Bauphysik, Universität Stuttgart) und N.N. ( Gesellschaftlicher Akteur)

Dienstag, 2. März 2021, 19.00 Uhr bis 21.30 Uhr

Online Dialog im Rahmen der Reihe BUILDING A CLIMATE POSITIVE FUTURE TOGETHER des Instituts für Akustik und Bauphysik der Universität Stuttgart

Anmeldung per E-Mail: veranstaltungen[ät]iabp.uni-stuttgart.de

Der Klimawandel fordert uns und wir möchten noch mehr dazu beitragen, Handlungsbedarf in klare, konkrete und wirksame Handlungsfelder zu übersetzen. Als Forschungseinrichtung steht uns der Wissenstransfer als Hebel zur Verfügung. Diesen möchte das Institut für Akustik und Bauphysik (iabp) der Fakultät mit einer Online-Dialog-Reihe BUILDING A CLIMATE POSITIVE FUTURE TOGETHER aktivieren. Gebäuden, Quartieren und Städten kommt eine zentrale Rolle zu, da sie Verursacher und Opfer des Klimawandels sind. Aber sie bieten auch unzählige konkrete Anknüpfungspunkte für aktive Veränderung.

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Audio: Wohin steuern die USA?

Über Komplexitäten und Perspektiven einer Nation am Abgrund

Vortrag von Emanuel Bergmann, Los Angeles

gehalten am 21. Januar 2021

Die Ära Trump ist vorbei, der neue Präsident Joe Biden will eine Rückkehr zur Normalität. Aber ist das überhaupt noch möglich? Innerhalb der demokratischen Partei wächst der Konflikt zwischen der Mitte und dem linken Flügel; gleichzeitig sind die Republikaner unter Trump zu einer „post-demokratischen“ Partei geworden, in der bedingungslose Loyalität mehr zählt als Rechtsstaatlichkeit. Sind die USA überhaupt noch regierbar?

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Gestohlene Lebenszeit

Warum Kapitalismus zu Verzicht nötigt und wir viel weniger arbeiten könnten

von Lothar Galow-Bergemann und Ernst Lohoff

Auszug aus dem gleichnamigen Text im Buch Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus ISBN 978-3-89771-292-8, Unrast Verlag, 14,00 €

Die Welt, die wir kennen, zerfällt im Eiltempo. Seit Jahren stellt sich wie von selbst das Wort Krise ein – gleich ob von Klima, Finanzen, Wirtschaft, Sozialsystemen, Demokratie, Migration oder internationalen Beziehungen die Rede ist. In den kritischen Sozialwissenschaften ist von einem Zeitalter der »multiplen Krisen« die Rede (Brandt/Wissen 2017). Mit der Ausbreitung des Coronavirus hat sich diese allgemeine Krise in einer Geschwindigkeit und einem Ausmaß zugespitzt, wie es sich bis dahin kaum jemand vorstellen konnte.

Die Corona- und Klimakrise führen vor Augen, wie ›unsere Wirtschaft‹ vor den existenziellen Herausforderungen der Zeit versagt. Ewiges Wachstum, maximaler Profit und steigende Aktienkurse sind das Lebenselixier der Wirtschaft. Ohne sie fängt sie sofort an zu kriseln. Die Klimakrise offenbart, dass ein auf Unendlichkeit programmiertes Wachstum eher mittel- als langfristig auf die Zerstörung des Planeten hinauslaufen wird. Die Herausforderung durch die Corona-Pandemie führte dagegen schlagartig vor Augen, dass so eine Wirtschaft in kürzester Zeit Leichenberge produzieren kann1, wenn ihr nicht massiv in die Speichen gegriffen wird. Der Marktwirtschaft Zügel anzulegen, bemühten sich zunächst viele Staaten – in unterschiedlichem Ausmaß und insgesamt mehr schlecht als recht. Übrigens führten sie damit bemerkenswerterweise im Handumdrehen vieles ad absurdum, was bis dahin als unumstößlich und heilig galt – von der Schuldenbremse bis hin zum Glauben an das angeblich so segensreiche Wirken des Marktes selbst. Für einen kurzen Moment lag offen zutage, dass Handeln gegen die betriebswirtschaftliche Logik des Kapitals nicht nur möglich, sondern auch überlebensnotwendig ist. Das ist eine wichtige Erfahrung, die wachgehalten werden sollte, denn sie ist von großem Wert für jede emanzipatorische Bewegung.

Doch es dauerte nicht lange und die brutalen Zwänge der Kapitalverwertung verschafften sich gegen die halbherzigen gesundheitspolitischen Maßnahmen immer mehr Geltung. Weiterlesen

Angst um die Vormachtstellung

Über den gesellschaftlichen Einfluss und die Anschlussfähigkeit des Antifeminismus

Online-Vortrag und Diskussion mit Rebekka Blum

Donnerstag, 4. März 2021, 19.30 Uhr

Eine gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Geißstraße 7 und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

Seit Mitte der 2000er Jahre sind die Beschwörungen von “Gender-Ideologie”, “Erziehung zum Einheitsmenschen” und “feministische Weltverschwörung” mindestens unter AntifeministInnen in aller Munde. Im Vortrag zeigt Rebekka Blum die Gefahr des Antifeminismus als mobilisierende Bindeglied-Ideologie von konservativen, religiös-fundamentalistischen, maskulinistischen bis hin zu (extrem) rechten Bewegungen nach. Davon ausgehend zeigt sie die Verschränkung von Antifeminismus zu weiteren Ideologien wie Rassismus, völkischer Ideologie und insbesondere Antisemitismus auf. Der Vortrag verdeutlicht, dass es notwendig ist, Antifeminismus als Bestandteil rechter Ideologie und gefährliches Phänomen ernst zu nehmen und zu bekämpfen. Weiterlesen

Max Czollek: Gegenwartsbewältigung

Ein Manifest für radikale Vielfalt

Online – Lesung und Diskussion mit Max Czollek

Donnerstag, 11. Februar 2021, 19:30 Uhr

Eine Gemeinsame Veranstaltung des Fritz-Erler-Forums Baden-Württemberg (Friedrich-Ebert-Stiftung) und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

© www.guntergluecklich.com / Graffiti: wandgestalten.de

Halle, Thüringen, Hanau, Corona: Antworten für die politische Gegenwart. In Zeiten der Krise leiden Gesellschaft und Vielfalt. Für Max Czollek bieten staatstragende Konzepte wie „Leitkultur“ oder „Integration“ darauf keinerlei Antwort. Als Kontrastfolie zu solchen völkischen Vorstellungen einer Mehrheitsgesellschaft entwirft er mit Gegenwartsbewältigung ein Modell für eine veränderte Gegenwart: Desintegration, radikale Vielfalt, komplexe Intersektionalität und ein postmigrantischer Antifaschismus sind für ihn die Pfeiler einer Gesellschaft, die „alle schützt und nicht nur manche oder, um mit Adorno zu sprechen, eine Gesellschaft, in der man ‚ohne Angst verschieden sein kann‘.“ Max Czollek trifft ins Herz des Jahres 2021 – diese Polemik ist sein Schrittmacher: „Gegenwartsbewältigung heißt, dass man uns mit den Füßen zuerst aus den Shishabars und Synagogen, Spätis und Darkrooms wird tragen müssen. Wir räumen nicht das Feld, auch wenn nichts wieder gut wird. Nicht mit der Heimat, nicht mit der Leitkultur, nicht im Kapitalismus. Aber wenn wir verlieren, dann verlieren wir zusammen.“ (Max Czollek, Gegenwartsbewältigung)

PROGRAMM:

19:30 Begrüßung: Oliver Schael, Fritz-Erler-Forum

19:40 Lesung und Gespräch: Max Czollek: Gegenwartsbewältigung. Moderation: Fabienne Fecht, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

20:40 Publikumsdiskussion

21:00 Schlusswort: Franziska Sander, Emanzipation & Frieden e.V.

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Corona-Demos, „Infodemie“, Verschwörungsdenken und deren Zusammenhang mit Antisemitismus

Online-Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Mittwoch, 10. Februar 2021, 19 Uhr

Eine Veranstaltung von Sonntags-Club und Trans im Sonntags-Club

  • Zugangsdaten zum Zoom-Meeting erhaltet ihr bei Anmeldung unter folgender Mailadresse: trans at sonntags-club.de spätestens einen Tag vor der Veranstaltung.

In Deutschland hat man zwar gelernt, dass Antisemitismus irgendwie schlecht ist. Verstanden hat man ihn trotzdem nicht. Dieser Zustand ermöglicht es, dass man antisemitischen Denkmustern anhängen und gleichzeitig davon überzeugt sein kann, nichts damit zu tun zu haben. Das funktioniert in rechten, linken und religiösen Milieus genauso wie in der vermeintlich „guten Mitte der Gesellschaft“.

Das gefährliche Potential dieser Mixtur wird in Krisenzeiten besonders deutlich. Die verbreitete Gewissheit, dass „die da oben an allem schuld sind“ verwechselt Gesellschaftskritik mit Wut auf „gierige Milliardäre“, „Lügenpack“ und „Lügenpresse“. Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie verbreiten sich einfache, falsche und gefährliche Welterklärungsmuster noch schneller. Vermeintliche „Querdenker“, QAnon-Fans und andere bilden sich die Diktatur einer geheimen Weltelite ein und wähnen sich im Endkampf zwischen Gut und Böse. Viele werden immer hemmungsloser und gewalttätiger.

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AntiBa – der Barbarei entgegentreten

Antifaschismus in Zeiten von AfD, QAnon und Djihadismus

Online – Vortrag und Diskussion mit Lothar Galow-Bergemann

Freitag, 29. Januar 2021, 19.30 Uhr

Eine Veranstaltung des AStA der Universität Vechta

Zugang über BigBlueButton

Weltweit verbreitet sich politischer Wahn. Dumpfbackentum und Gewalt explodieren. Vermeintliche „Querdenker“, QAnon-Fans und andere bilden sich die Diktatur einer geheimen Weltelite ein, die sie ins Unglück stürzen will. Sie wähnen sich im Endkampf zwischen Gut und Böse und viele von ihnen werden immer hemmungsloser und gewalttätiger. Doch so neu, wie manchen das alles vorkommt, ist es nicht. Die Vorstellung von den wenigen Gierigen und Bösartigen, die an allem Schuld sind und deshalb beseitigt werden müssen, war auch schon für den Nationalsozialismus und seine nach zig-Millionen zählende Massenbasis charakteristisch. Und sie begegnet uns auch im Islamismus. 2014 skandierten erstmals seit 1945 wieder Massenaufmärsche in Deutschland „Tod den Juden!“ Organisiert wurden sie von Islamisten, Nazis und Linksreaktionären, deren antisemitischer Hass gegen Israel sie zusehends zusammenführt. Weltweite djihadistische Terroranschläge auf jüdische Einrichtungen sind seit Jahren traurige Realität.

Doch damit nicht genug. Schon bald nach dem kurzlebigen „Sommermärchen“ von 2015 offenbarte sich im kollektiven Herbeiphantasieren einer angeblichen „Flüchtlingskrise“ eine tief sitzende Menschenfeindlichkeit großer Teile der deutschen Mehrheitsbevölkerung. Ein rassistischer und gewalttätiger Mob agiert gegen Geflüchtete und Muslim*innen. Große Teile der Bevölkerung sind anfällig für rechtspopulistische und faschistisches “Gedankengut“. Doch so sehr sie sich auch von Islamisten bedroht fühlen – in Wirklichkeit sind sie deren enge Seelenverwandte. Jede Verharmlosung des einen oder des anderen dieser nur scheinbaren Kontrahenten verbietet sich kategorisch.

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Audio: Anthroposophie – Eine kurze Kritik

Vortrag von André Sebastiani

gehalten am 10. Dezember 2020

Eine gemeinsame Veranstaltung von Grüne Jugend Stuttgart und Emanzipation und Frieden

Was haben die beliebten Demeter-Produkte aus dem Bio-Regal und die Waldorfschulen gemeinsam? Die zugrunde liegende esoterische Weltanschauung, die Anthroposophie. Sie wurde Anfang des vergangenen Jahrhunderts durch Rudolf Steiner (1861-1925) begründet und ist heute die wohl einflussreichste esoterische Strömung in Europa. Bemerkenswerterweise ist die Anthroposophie dabei heute viel weniger bekannt als ihre sogenannten Praxisfelder, wie z.B. die Waldorfpädagogik, die biologisch-dynamische Landwirtschaft (Demeter) oder die anthroposophische Medizin. Die Praxisfelder sind jedoch mit der Anthroposophie untrennbar verwoben und so lohnt sich ein Blick, welche Weltanschauung sich dahinter verbirgt. Weiterlesen

Audio: National Knockdown – Die „Querdenken“-Bewegung steht auf.

Interview des FSK – Freies Sender Kombinat  u.a. mit Laura-Luise Hammel

aufgezeichnet am 7. Dezember 2020

Sie sind immer noch da: Verbindungen von Nazis und „ganz normalen“
Bürger_innen durch geteilte Verschwörungstheorien und alle möglichen
weiteren regressiven Ideologien. Wer von diesen Bürger_innen noch nicht
bei Pegida mitgemacht hat, hat mit den Anti-Corona-Protesten nun eine
weitere Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Nazis Politik zu machen. Die
gemeinsame Politik funktioniert in traditionell deutscher, gemeinsamer
Arbeitsteilung: Die Nazis prügeln und die Bürger_innen geben den
zivilgesellschaftlichen Support. In dieser Sendung wollen wir darüber
sprechen und diskutieren, warum und wie die „Querdenken“-Bewegung
entstanden ist, wie sie sich organisiert, auf welcher ideologischen
Grundlage sie funktionieren und warum es diese in dieser Form nur in
Deutschland gibt. Weiterlesen

Audio: Nicht Klassenkampf wird den Kapitalismus sprengen, sondern der Kampf um eine neue Form des Reichtums

Interview mit Ernst Lohoff und Lothar Galow-Bergemann

aus Anlass ihres Vortrags „Die Hoffnung auf das „revolutionäre Subjekt Arbeiterklasse“ als Ausdruck linksidentitärer Sehnsucht“

gesendet von Radio Corax am 23. November 2020

Als Verkäufer*innen der Ware Arbeitskraft hängen wir davon ab, dass die Megamaschine aus ewigem Wachstum und Maximalprofit auf Hochtouren läuft. Doch die zerstört unsere Lebensgrundlagen. Aus dieser Falle können wir nur entkommen, wenn wir die abstrakte Reichtumsform der kapitalistischen Produktionsweise sprengen, deren Zweck die unendliche Anhäufung von Geld ist. Denn vom Gelderwerb leben hat keine Perspektive mehr. Die Antwort heißt gesellschaftliche Selbstorganisation des stofflichen Reichtums, den wir zum Leben brauchen.
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Audio: 1945 – 2020. Antisemitismus und kein Ende?

Online-Panel mit Katharina König-Preuss und Volker Weiß

Moderation Carl Melchers

gehalten am 28. November 2020

Eine gemeinsame Veranstaltung der Wochenzeitung Jungle World, des Komma Kultur Esslingen, des Jungen Forum der DIG Stuttgart und des und des Fördervereins Emanzipation und Frieden im Rahmen von Youth Against Antisemitism

Lange Zeit glaubte man in Deutschland, Antisemitismus sei im wesentlichen ein Phänomen von gestern und heutzutage unter Deutschen nur noch eine Randerscheinung. Höchstens unter Zugewanderten wollte man ihn hie und da noch wahrnehmen. Diese Illusion ist wie eine Seifenblase zerplatzt. 75 Jahre nach dem Sieg der Alliierten über Nazideutschland versteckt sich der Antisemitismus immer weniger in Hinterzimmern und traut sich wieder offen auf die Straßen. Mittlerweile warnt selbst der Verfassungsschutz vor „steil ansteigendem Antisemitismus“. Warum das so ist, versteht er allerdings genauso wenig wie eine Gesellschaft, die zwar irgendwie „gegen Antisemitismus“ ist, aber ihn bis heute kaum begriffen hat. Deutsche Selbstgewissheit entlarvt sich als das, was sie schon immer war: als Schuldabwehr und Selbstbetrug.

Gemeinsam mit ausgewiesenen Expert*nnen wollen wir die Entwicklungen beleuchten und uns auf die Suche nach Gegenstrategien begeben.

Unsere Gäste:

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Wohin steuern die USA?

Über Komplexitäten und Perspektiven einer Nation am Abgrund

Online Vortrag und Diskussion mit Emanuel Bergmann (live aus Los Angeles)

Donnerstag, 21. Januar 2021, 19.30 Uhr

  • Der Vortrag ist mittlerweile HIER zu hören

Die Ära Trump ist vorbei, der neue Präsident Joe Biden will eine Rückkehr zur Normalität. Aber ist das überhaupt noch möglich? Innerhalb der demokratischen Partei wächst der Konflikt zwischen der Mitte und dem linken Flügel; gleichzeitig sind die Republikaner unter Trump zu einer „post-demokratischen“ Partei geworden, in der bedingungslose Loyalität mehr zählt als Rechtsstaatlichkeit. Sind die USA überhaupt noch regierbar?

Emanuel Bergmann ist freier Journalist und Autor. Er berichtet seit fast zwanzig Jahren aus Los Angeles über amerikanische Politik, Kultur und Gesellschaft. 2016 erschien von ihm „Der Trick“

Eine gemeinsame Veranstaltung des Laboratorium Stuttgart und des Fördervereins Emanzipation und Frieden e.V.

National Knockdown – Die „Querdenken“-Bewegung steht auf.

Laura-Luise Hammel im Gespräch mit dem FSK – Freies Sender Kombinat

Montag, 7. Dezember 2020, 20 Uhr

Livestream und auf UKW 93,0 im Hamburger Stadtgebiet

Die Sendung ist mittlerweile HIER nachzuhören

Sie sind immer noch da: Verbindungen von Nazis und „ganz normalen“
Bürger_innen durch geteilte Verschwörungstheorien und alle möglichen
weiteren regressiven Ideologien. Wer von diesen Bürger_innen noch nicht
bei Pegida mitgemacht hat, hat mit den Anti-Corona-Protesten nun eine
weitere Möglichkeit erhalten, gemeinsam mit Nazis Politik zu machen. Die
gemeinsame Politik funktioniert in traditionell deutscher, gemeinsamer
Arbeitsteilung: Die Nazis prügeln und die Bürger_innen geben den
zivilgesellschaftlichen Support. Weiterlesen

Buchvorstellung: Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus

Ernst Lohoff, Norbert Trenkle (Hg.) Shutdown. Klima, Corona und der notwendige Ausstieg aus dem Kapitalismus
1. Auflage November 2020, ISBN 978-3-89771-292-8, Unrast Verlag, 14,00 €

Mit Beiträgen von Ernst Lohoff, Norbert Trenkle, Lothar Galow-Bergemann, Karl-Heinz Simon und Julian Bierwirth

Bestellen beim Unrast-Verlag

„Es ist kein Luxus, gerade jetzt die emanzipative Aufhebung der kapitalistischen Reichtumsproduktion anzustreben, sondern der einzige Ausweg aus der Spirale ökologischer Zerstörung, sozialer Exklusion und autoritärer Formierung der Gesellschaft.‟

Klima- und Coronakrise machen deutlich, dass die kapitalistische Produktions- und Lebensweise zunehmend unhaltbar wird. Der systemische Selbstzweck der endlosen Anhäufung von Kapital („Wachstumszwang‟) ist mit der Endlichkeit der Welt und der natürlichen Ressourcen grundsätzlich unvereinbar. Auch die Corona-Pandemie verdankt sich der fortschreitenden Zurückdrängung von Naturräumen, im Dienste der der Kapitalvermehrung. Zudem nimmt die soziale Exklusion immer schlimmere Ausmaße an – obwohl längst die Potenziale vorhanden sind, um allen Menschen auf der Welt ein gutes Leben zu ermöglichen. Daher ist eine grundlegende Neuorientierung angesagt. Eine andere Gesellschaft ist machbar, doch das erfordert einen Bruch mit der kapitalistischen Logik.

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